Es gibt ein untrügliches Zeichen in Artikeln über Linux um festzustellen, ob der schreibende weiss wovon er redet oder nicht. Fallen die Worte die Linux-Community kann man getrosst den Browser-Tab zumachen, denn es gibt die Linux-Community nicht.
Nein, da ist keine zentrale Steuerungs-Einheit, auch nicht die Linux Foundation, die festlegt wie es mit Linux weitergeht. Was es gibt sind viele Communities, die einen Größer, die anderen Kleiner, die alle einen Teil beitragen um etwas Grosses zu schaffen. Da gibt es eine Kernel-Community und Communities zu allen möglichen Open-Source Programmen. Aus diesen Pool bedienen sich die Distributions-Communities und fügen die Einzelteile zusammen. Sie stehen, wie eigentlich alle Communities, miteinander in Konkurenz. Sie schauen ab, was die anderen so machen und übernehmen Dinge, die in ihren Augen Sinn ergeben. Das schöne ist: jeder kann seine eigene Community aufmachen und teilnehmen, niemand sagt: das darfst Du nicht.
Vor diesen Hintergrund ist die Aussage von John Siracusa von Arstechnica zu sehen:
I’ve long seen the Linux community’s inability to design, plan, and act in a holistic manner [..] as its greatest weakness.
Windows Vista wurde nach den hollistischen (ganzheitlichen) Ansatz designed, geplant und programmiert. Ebenso Solaris, AIX, MAC OS und eigentlich jedes andere kommerzielle Betriebssystem. Trotzdem hat es Linux geschafft einen respektablen Marktanteil zu erreichen, ganz ohne Hollistik, so schlecht kann der Ansatz also nicht sein.
Und ein paar letzte Wort zu den Linux und ZFS-Sommertheater: Wenn ZFS Dateisystem und Volume-Management zusammenführt muss man einfach mal die eigene Denk- und Vorgehesweise hinterfragen und nicht von ‘across layer’ faseln. Auf der anderen Seite ist dieses kindische von den Solaris-Leuten immer wieder angeführte ‘Nänänänänä, falsche Lizenz, deswegen dürft ihr ZFS nicht benutzen,Nänänänänä’ kaum besser. Leute, ihr seid Erwachsen, benehmt euch auch so!










6 Mai 2007 at 22:06
Ich sag da ganz einfach The Cathedral & the Bazaar dazu
6 Mai 2007 at 22:17
Sommertheater? Das Gemaule geht doch schon viel länger …
6 Mai 2007 at 22:19
Leider hat ESR da ein wenig falsch gelegen u.a. mit seiner näheren Spezifizierung was er denn nun mit Cathedral meinte ;)
Aber zum eigentlichen Thema, ist dieser *freundliche* Diktator mit dem Kern an stetigen Entwicklern, wie z.B. Andrew Morton, auch nicht als ganzheitlich zu sehen? Torvalds setzt doch im Prinzip auch seine Vorstellung vom Kernel durch, auch wenn davor ellenlange Diskussionen an der Tagesordnung sind. Und Mac OS X würde ich da eigentlich ganz ausklammern, Konzept? Ich will da gar nicht bashen, aber für Next OS verwendete man BSD4.4 als Grundlage, für MacOS X Next OS als Basis, dazu FreeBSD 2(?), im Laufe der Zeit kamen diverse Ergüsse aus der Opensource-Welt hinzu. Im Prinzip würde ich das als Herumeiern bezeichnen, ohne klares Konzept – Hauptsache man mutet dem Endanwender keine großen Sprünge im Design zu.
Solaris bzw. früher SunOS als BSD Fork hat sich da wohl auf Dauer am ehesten gegen alles verschlossen und ist konsequent einen eigenen Weg gegangen. Die Öffnung hin zu Opensource sieht man ja dort in Entwicklerkreisen teils eher skeptisch. Völlig wertfrei gesprochen, sobald man sich auf Opensource einläßt ist das ganzheitliche Konzept irgendwie beinahe futsch …
7 Mai 2007 at 00:59
Seit wann brauchen Communities zentrale Steuerungseinheiten? Natürlich gibt es eine Linux-Community. Und natürlich ist diese Community – wie alle anderen – nicht einheitlich und gleichgeschaltet.
7 Mai 2007 at 20:19
@Oli: Linus ist nur für den Kernel-Space zuständig und ich glaube, wenn er den Leuten zu sehr auf den Senkel gehen würde gäbe es längst einen Fork, wie es X-Free/X.org vorgemacht hat.
8 Mai 2007 at 09:15
Ich denke jede Community hat ihre Führer und braucht diese auch. Jemand muß den gemeinsamen Gedanken formulieren bzw. ab und an ein Machtwort sprechen. Es war in der Geschichte nie anders und auch die Opensource-Communities da draußen zeichnen kein anderes Bild.
Als zentrales Steuerelement in der Linux-Community könnte man z.B. die Industrie bezeichnen, die u.a. knapp die Hälfte der Kernelentwicklung ausmacht und auch so manche Killerapplikation beisteuert.
Und ob ein Fork, wie bei Xorg, derart einfach wäre. Dann müßten schon denke ich die Kernentwickler, jene die direkt um Linus herum werkeln, das Weite suchen. Das Gros der Leute gönnt Linus die massive Entscheidungsgewalt und auch den oft bockigen Auftritt gerade ob der massiven Arbeit die mit der Kernelverwaltung einhergeht – da wären wohl wenige willig dazu, diese zu übernehmen ;-)