Hach ja. Kleine Dinge und Schritte bewegen die Welt. Also vergessen wir mal die großen Heldentaten, hier eine Sache die mich schon seit langem ärgert:
Cursor-Tasten in vim unter Solaris. In die .bashrc,.profile oder wie man es gerne möchte:
# delete key
bind '"\e[3~":delete-char'
# page up key
bind '"\e[5~":history-search-forward'
# page down key
bind '"\e[6~":history-search-backward'
Jaja, Solaristi und Vimperatoren werden mich Auslachen und mich einen n00b schimpfen, aber ich mag es halt wenn die Systeme überall gleich funktionieren.
Continue reading...7 Juni 2009
In den Kommentaren zu Ächtz bin ich gebeten worden mich zu erklären, warum ich Solaris in manchen Punkten für besser als Linux halte und wann ich Solaris einsetzen würde.
Nun, am einfachsten ist die Erklärung wann ich Solaris nicht einsetzen würde, dazu zählt zum Beispiel wenn man viel forkt. Die initiale Erklärung die ich dafür hatte war, das Solaris beim Fork wirklich den gesamten Adressraum kopiert, während Linux via Copy-on-Write nur Teile kopieren muss. Solaris soll (einen offziellen Link dazu habe ich nicht gefunden) mittlerweile auch Copy-on-Write einsetzen, aber geändert hat sich dadurch für mich nichts. Richtig schlimm macht sich das auf CMT-Maschinen bemerkbar, daher immer zu Pre-Fork Modellen greifen. Ein anderes düsteres Thema ist halbwegs aktuelle Software unter Solaris (ich rede hier nicht von OpenSolaris). Die Companion-CD und auch die Grundinstallation enthalten gut abgehangene Software, aber der Umfang ist doch sehr bescheiden. Es gibt zwar Projekte wie Blastwave, OpenCSW oder OpenPkg, aber die können wirklich nur die allergrößten Schmerzen lindern. Ich möchte die Arbeit der wenigen Leute nicht schmälern, aber von Packaging-Standards und -Funktionalitäten wie im Linux-Bereich sind sie weit entfernt.
Hat man keine Probleme mit obigen kann man Solaris ruhigen Gewissens einsetzen. Das ist wie früher Mercedes E-Klasse fahren, eine sichere Wahl und einmal am Laufen durch nichts aufzuhalten. Klar im Vorteil gegenüber Linux ist Solaris in anderen Gebieten.
Langzeitstabilität zum Beispiel. Software, ja selbst Kernel-Treiber die auf Solaris 2.8 funktionieren laufen auch unter Solaris 10. Das Volume-Management mit SDS und Software-RAID macht unter Solaris Spaß. Mir gehen die Nackenhaare hoch beim Gedanken an LVM und MD-Raid, die mit ihren Kommando-Zeilen Orgien einen zur Verzweifelung bringen können. Unter Solaris sind das nur ein paar Befehle, von ZFS mal ganz zu Schweigen. Genauso sieht es bei IPfilter versus IPTables aus. Keine Ahnung wer mehr kann, dafür sind IPF-Regelwerke imho einfacher zu lesen. Insgesamt setzt Solaris nicht auf ellenlange Konfigurations-Dateien, sondern auf Tools mit denen man Dienste via Kommando-Zeile konfiguriert. Mal ein Beispiel:
# dhtadm -M -m 188.25.62.0 -e 'LeaseTim=57600'
Das setzt die DHCP-Leasetime für einen IP-Bereich unter Solaris. Beim ISC-DHCPD (Ok, nicht Linux-Spezifisch, aber ich will nur das Prinzip erklären) müßte man die Konfigurations-Datei parsen, was nicht gerade trivial ist. Diese Tools unter Solaris machen das Scripten aus meiner Sicht sehr viel einfacher.
Ein anderes Beispiel hatte ich ja bereits angesprochen, die Installation. Das Jumpstart Enterprise Toolkit zur Installation von Solaris ist wirklich eine tolle Sache. Ich denke FAI könnte unter Linux da noch am ehesten herankommen, während Redhats Kickstart noch letztes Jahrtausend ist.
Alles im allem ist es, wie so oft, eine Frage der eigenen Präferenzen. Leute mit BSD-Hintergrund werden sich eher in Solaris zurechtfinden und es zu schätzen Wissen. Wer mit Linux aufgewachsen ist, wird Zeit und Geduld investieren müssen. Viele Dinge sind einfach anders und wenn es nur Details sind. Aber aus meiner Sicht lohnt es sich, sich mit beiden zu beschäftigen, denn es erweitert den Horizont und zwingt zu genaueren, bewußteren Arbeiten.
Continue reading...1 März 2009
19 Januar 2009
Der Otmanix weisst auf die Solaris Performance ToolsCD hin. Nette Sache und kannte ich noch gar nicht. Jetzt habe ich nur ein Problem: ich brauche einen größeren Monitor.
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Continue reading...5 Dezember 2008
Gibt es eigentlich irgendeine Neuheit in der IT, die nicht mit dem Attribut ‘einfach’ wirbt? In der Realität sieht es dann immer wieder anders aus.
Storage-Virtualisierung zum Beispiel. Warum eine zusätzliche Komponente irgendetwas vereinfachen soll ist mir Schleierhaft.
VMware und NFS ist noch so ein Beispiel. So toll und ‘einfach’ funktionieren, hat nur einen Haken. Wenn VMware ein Lockfile nicht schnell genug schreiben kann, weil das NFS gerade nicht schnell genug antwortet hat man doppelt laufende Instanzen. Abhilfe? War für U3 angekündigt, verspätet sich aber noch. Dann gibts eine Option für einen Timeout. Wie Originell.
Oder ZFS. Logisch, das Grundgerüst ist Kinderleicht, man darf nur nicht mehr darüber lesen. Dann stößt man auf ZIL, ARC und andere Dinge an denen man schrauben kann und manchmal muss. Der Umstand das Teile von ZFS noch single-threaded und damit große Pools keine gute Idee sind macht die Sache nicht leichter.
So, genug gejammert.
Continue reading...13 November 2008
Seit der neuesten Version kann Solaris 10 also auch von ZFS booten und sogar das Jumpstart Enterprise Toolkit (Jet) unterstützt es, also mußte ich mal gucken wie es funktioniert. Tja, was soll ich sagen – es funktioniert nicht, zumindest das Zusammenspiel von JET und ZFS Boot.
Warum, das weiss ich auch nicht genau. Eine aktuelle Doku zu Jet gibt es nicht. Schaut man sich die profile Datei an, welche Jet für den normalen Jumpstart-Prozess erzeugt ist syntaktisch alles in Ordnung. Trotzdem kommt das normale Installations-Programm hoch, ein Zeichen das irgendwas nicht richtig ist.
Ich habs dann irgendwann abgebrochen, weil mir beim Lesen der Beschreibung zwei Dinge aufgefallen sind. Unter ZFS gibt es ja keine Partitionen mehr, sondern man hat einen Pool und kann zusätzlich Datasets anlegen. Im Installationsprogramm kann man nur wählen, ob man alles in den Pool installiert oder ob man /var mit einen Dataset separieren möchte – mehr geht nicht. Das ist keine sonderlich große Auswahl und weicht von dem ab, was ich normalerweise mache. Nun, aber selbst das geht nicht mit Jet. Alles in den Pool, mehr geht nicht. Natürlich könnte ich durch Scripting die Unzulänglichkeiten des Installers umschiffen, aber dazu habe ich ehrlich gesagt keine Lust. Da warte ich doch lieber auf bessere Zeiten.
Continue reading...9 November 2008
OpenSolaris 2008.11 steht vor der Tür und endlich zieht mal jemand die Zielrichtung gerade:
OpenSolaris isn’t positioned to take over niches Linux has filled, but instead fill in gaps Solaris has had.
Time to Take OpenSolaris Seriously?
Word!
Continue reading...3 November 2008
Es gibt nur einen sinnvollen Weg Solaris zu installieren und das ist das Jumpstart Enterprise Toolkit. Nun habe ich gerade heute den neuen Server fertig und was müssen meine Augen sehen: eine neue Version mit ZFS-Boot Unterstützung. Seufz.
Continue reading...20 Oktober 2008
Jörg hat eine Wortwüste über Is the Linux community afraid of Opensolaris? geschrieben. Mein initialer Gedanke war ein schlichtes Nö, wie schön das Martin sich besser Ausdrücken kann und die richtigen Worte gefunden hat:
You’re fighting windmills, Jörg. There is no controversy, except the one perceived by those who write articles about it.
Word!
Continue reading...18 September 2008
Manche Dinge sind nicht todzukriegen, wie zum Beispiel Server mit Solaris 8. Neue gibt es (zum Glück) keine mehr, aber manchmal muss dann doch Hand angelegt werden. Nur was tun wenn man Pakete für Version 2/04 benötigt, die CD-Schuber aber nur 2/02 enthalten? Als Internet-Kind wirft man natürlich reflexartig den Browser an, nur um festzustellen das man eher Interna der NSA findet, als das was man sucht. Also ganz Old-School ins IRC gegangen und herumgefragt – und tatsächlich. Jemand kann aushelfen und gibt sich im nachhinein als Sun-Mitarbeiter aus. Das nennt sich Service! Nochmal meinen herzlichen Dank!
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15 Juli 2009
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